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Der Traum vom Fliegen (from: Questions.)

Weißt du eigentlich wie weh du mir tust, Frühling im Herzen?

Als alle Wege noch Zuversicht säumten;
geheimnisvolle, wohlklingende Laute:
Blütenstaub auf der Zunge
der Himmel unendlich weit und doch
nur zum Traum vom Fliegen erdacht.

Der Sommer, der alles klar gezeichnet hat,
wo sich der Pfad im dichten Grün um dunkles Holz
am Wasser entlang wand; nicht tief genug darin zu ertrinken.
Man konnte den Grund erkennen, und sich doch nicht
die Angst erklären ihn zu überwinden.

Ein alter Freund der brechenden Herzen hielt Einzug
am geliebten Ort und lies den Zweifel über alle Wege wurzeln;
lies ihn gedeihen und erhärten und den Menschen
dran stolpern und vergehen, bis das Laub der frischen Wunde sacht den Schmerz begrub und den unfruchtbaren Teil
der Welt in seine warme Obhut nahm.

Im Winter faulen die Ausreden, sie beißen ins Holz und duften süß; der Strick zieht fester den Apfel vom Baum und das Eis friert alle toten Früchte mit sich ein.
Ich blute und sehe die Farben weichen, ich heile
und bin leer
bis auf den Wunsch dich zu fragen

ob du eigentlich weißt
wie weh es mir getan hat
im Frühling
vom Fliegen zu träumen.
26.12.08 01:38


Bridge

Mutig das Herz gegeben.
Für Augenblicke verweilt,
dem kurzen Atem des Glücks gelauscht,
zufrieden, eingerollt,
im warmen Abgrund den Platz, an dem
ein Stück fehlt, umfasst.

Im Dunkeln gewartet.
Geschwunden, kleiner geworden,
dem Glück mit trauernder Atemlosigkeit nachgehangen.
Hände um die klaffende Wunde verkrampft,
das blutende Herz
für den Moment geküsst

und tapfer zurück erhalten.
14.12.08 22:34


Simon Finck

(für Simon)

Beim Schwinden des Tageslichts, an einem Tag irgendwann im Herbst, fand man den ausharrenden Simon Finck verloren, auf dem leeren Platz einer fremdartigen Stadt.
Er nahm kaum wahr, was um ihn herum geschah. Manchmal sah er einen grauen Wind Schlieren durch die Menschen ziehen, die den Platz nur zu verlassen schienen.
Die Sorgenfalten, die sich mit der Zeit tief durch seine Stirn zogen, sah er nicht.
Es fiel ihm nicht auf, dass seine Fingergelenke langsam starr und unbeweglich wurden;
er hatte nicht vor, den Platz zu verlassen, an den ihn sein Herz band.
Auch seine Haltung hatte er in all der Zeit nicht verändert.
Fast konnte man kleine Auswölbungen im Steinpflaster des Platzes erahnen, wo er seine Hände verkrampft hielt.
Hin und wieder tauchten Gesichter auf, aus denen schnell die Farbe wich. Sie fragten den Fremden in ihrer Stadt nach seinem Befinden, ob sie ihm nicht helfen könnten.
Er antwortete stets das Gleiche, und es blieb immer die Wahrheit.
„Ich brauche nichts, von dem was sie mir geben könnten.“

Er dachte oft darüber nach, ob es sich lohnte zu warten. Er wusste dann, dass er seine Entscheidung ganz zu Beginn getroffen haben musste, obwohl es ihm damals wohl nicht bewusst gewesen sein konnte. Er hatte sich niedergelassen um zu warten, obwohl er sich im Klaren darüber gewesen war, dass es sehr lange dauern würde, und dass ihm vielleicht nicht genug Zeit bleiben würde, um seine Antwort jemals zu erhalten. Je länger er wartete, desto mehr zerrte die Zeit an ihm, sie zehrte von seiner Kraft, und wenn sie auch seinem Entschluss nichts anhaben konnte, dann doch seiner Zuversicht und seinem Glauben an einen glücklichen Ausgang seiner Geschichte.
Bald schon verblasste seine Vorstellung vom Glück und zerfiel in seinem Herzen zu Staub, füllte seine Zunge mit Bitterkeit und nahm ihm die Freude am Leben um ihn her. Lange hatte er nicht mehr mit jemandem gesprochen und er verspürte auch kein Verlangen danach. Er wollte sich sein Leben nicht mehr erklären lassen, niemand der ihn im Vorbeigehen betrachtete, hätte ihn verstehen können. Er hatte voreilig ein Versprechen gegeben, er hatte selbst am wenigsten daran geglaubt es jemals halten zu können, aber es war ihm wichtig gewesen, es zu versuchen.

Als er nach all den Jahren einen klaren Schatten über den Platz langsam auf sich zukommen sah, konnte er kaum begreifen, wie schwer mit einem Mal die Last der Zeit auf seinen Schultern wirklich wog. Ihr Erscheinen zeichnete den Platz in helle Farben, riss scharfe Kanten in seine triste Welt; und als sie stehen blieb fühlte er zum ersten Mal schmerzlich wie das Leben an ihm vorbeigeströmt war, wie lange er gewartet haben musste. Als er spürte, dass er seine Finger kaum heben konnte, um ihr Gesicht zu berühren, füllte ihn eine tiefe Zufriedenheit aus und machte ihn lebendig. Sie schloss ihn in ihre warmen Arme.
Er hatte sein Versprechen gehalten.




Der schlechte Schluss

„Ich habe nicht daran glauben können, dass du warten würdest.“, sagte sie.
Und „Ich komme zu spät…“, stellte sie mit Bitterkeit fest.
„Wo bist du gewesen?“, fragte Simon Finck an seinem Ende.
„Ich war weit weg und habe alles gesucht, von dem ich nicht wusste ob es das richtige für mich ist. Ich habe oft an dich zurückgedacht, nur nie daran, hierher zurückzukehren. Ich dachte die Welt dreht sich nun mal weiter, auch für dich.
Irgendwann habe ich gehört, dass du noch immer wartest.“
Sie schluckte.
„Auf meine Antwort.“
Das Mädchen das er geliebt, und das nie geweint hatte, weinte nun. Nicht um sein Schicksal, sondern um ihr eigenes. Ihre Antwort war nicht die Rückkehr zu ihm, sondern die Tatsache, dass sie ihn hatte alt werden lassen, zusammen mit seiner Hoffnung sie würde ihn irgendwann erlösen.
Simon Finck lächelte. Er hatte auf eine Antwort gewartet und sie nun erhalten.
Er war nun an seinem Schluss angelangt, und fühlte einen tiefen Schmerz in seiner Brust, aber er würde jetzt wieder gehen lernen können.

Simon Finck verließ an einem Tag irgendeines Herbstes seines Lebens, den Platz, auf dem Menschen orientierungslos umher irrten.
Er verspürte keine Reue und kannte seinen Weg.



© Claudia Löffler, 7. Dezember 2008
7.12.08 20:00


Für den Schatten.

Die Sterne scheinen nicht zu hell heut Nacht,
der Regen singt sein trauriges Lied,
ein dunkler Schatten steht im Fenster
und zieht den Augenblick an sich.

Ein regelmäßiges, zögerndes Summen
räkelt sich in einem wohlwollenden Gähnen,
durchquert uns mit einem Lächeln,
spielt mit der Eile in seiner Tasche.

Das Licht der Sterne erleuchtet dein Lächeln,
die Augen, vertraut geschlossen, tasteten Geborgenheit
und ich kann ewig warten,
in der dunklen, ewig wärmenden Nacht.
26.11.08 22:14


Blühen.

Ich habe dich gefunden,
im leeren Dunkel webend;

ich blättere durch dein Lachen
und kann es nicht lesen,
es macht mich glücklich.

Meine Arme breiten sich über deinem Schatten aus
und lassen mich zu dir fallen, in tauschweres Gras.

In deiner Nähe tanzen und schwirren die Lichter um mich her,
du hast mich gefangen,

in der Lichtung deiner schützenden Arme:
wo wir beide voll Liebe blühen.
16.11.08 23:28


Endlos Grau (from: Questions.)

Was ist wenn die Welt
in endlosem Grau ertrinkt,
wenn der zähflüssige Strom des Lebens
ein langes, armes entbehrliches Schicksal mit sich trägt?

Was ist wenn die Liebe
in endlosem Grau sich zu Tode windet
auf der vergeblichen Suche nach dem besonderen Glück;
in der Machtlosigkeit des Liebenden
liegen tausend Wege des Scheiterns.

Was ist wenn du dich entscheidest
mir verloren zu gehen,
weil das leichte Leben so schwer
zu lieben ist?

Und das Schwere treibt so unsagbar oben
im endlosen Grau des Lebens;
du hast am Ende selbst
das Leben auf eine Wehklage
zugestutzt.
2.11.08 13:53


Motivtausch

Es war nicht mehr
als der Zauber des Zufalls,
ein zarter Sprung ins seichte Wasser
unseres Bewusstseins;

es wurde besonders mit seinem Ende,
das Wunder das uns zusammenband.

Der Strom der Welt hatte für einen Moment
sein Flussbett verlassen damit es für uns
die Unendlichkeit geben konnte
in der wir uns hätten verfehlen können.

In lieblichem, tiefem, unsagbar weitem Staunen gelöst,
tanzten wir und tranken wir das Wagnis:
ein jeder gibt sein Herz ans Ende unsrer Partitur des Lebens,
wir zehren nur vom Werk des anderen.


Ein scheinbar mächtiges Schicksal
knüpfte ein Netz aus Gedanken zwischen uns,
und der Zufall
gab uns als Geschenk der Welt zurück,
und lies unser wissendes Lächeln
im Lebensstrom widerhallen.
1.11.08 19:19


Der Illusionist

Die Welt ist ein weites Gefängnis.
Der stumpfe, moderne Mensch ist abgelenkt,
weiß von Allem viel und will von Allem
nicht Genaues wissen.

Die Bürde des Uhrmachers
ist die der individuellen Lebenserwartung,
sein Werk eilt ihm voraus
und ihm bleibt keine Zeit zu leben.

Das Streben nach Glück ist ein realistischer Traum.
Im Streben zufrieden
sieht der Rastende doch nur die Erschöpfung,
unbestimmte Endlichkeit macht ihn blind.

Bis er das Ziel erreicht,
ein Ende des Dramas;
denkt er nicht über sein Ankommen nach.
Beraubt das Ende ihn schließlich einer Illusion,
ist er unbeholfen
stirbt er als einfacher Teil einer trägen Masse.
22.10.08 18:53


Neues (the holy dark)

Ich habe ein neues Lachen entdeckt.
Es bäumt sich spöttisch auf, nimmt die letzten Stufen
und schlägt klirrende Haken,
es bricht den Versuch mich zu berühren
von deiner Hand.

Unrealistisch und grell
schlägt es Funken um das übrig Gebliebene,
es bringt eine Zähne bleckende Symphonie
zwischen uns hervor.

Du gibst nicht auf und verbrennst dir die Finger.
Du bist blind für den Preis den du zahlst:
Du hast erzwingen wollen dass alles bleibt wie es ist
und hast alles was war in den Brand getrieben,
der nun ein Leben lang zwischen uns schwelt.
22.10.08 18:44


Fensterkuss ('cause I know how it hurts)

Ich sitze auf dem Fensterbrett
und fühle die Sonne im Nacken,
sie springt vom Fensterglas über meine Schulter
und blickt mit nach unten.

Du bist
durch den Duft schmelzender Träume,
durch den Spalt im Fenster gesprungen
und hast alles zerrissen.

Du bist auf einem greifbaren Boden gelandet
und hast deine Schuhe wieder gefunden.
Du lächelst und winkst;
die Sonne blitzt verschmitzt zurück.

Sie weiß um mein Herz
das bald den Absprung schafft
um doch zum Fensterkuss zurückzukehren,
dessen Worte sich in mein Herz gegraben haben.
19.10.08 23:17


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