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Corona

Ein Kind am Piano.
Es hält die Tage
Hält die Stunden
Hält die Kälte im Herzen,
hält sie und fällt sie,
ausgezehrte Handskelette im ewigen Winter einer Familie,
flatternde Lider
wie der leichte Vorhang Oberfläche
im leichten Sommerwind,

das Königreich Tornado bietet
Kindkörper
Schutz

Zu Eis erstarrte Kronen zieren die dunkle Seite der Lippen,
wo die Schatten länger fallen
als das Licht,
wo die Schatten widerhallen
wieder fallen
tief unter der Haut
wo sie auf künstlicher Atmosphäre einen Boden finden,
einen Boden zu wachsen
bis sie selbst die Sicht verdunkeln.

Ein Kind am Piano
Sieht nicht und spricht nur
Durch erstarrte Melodien
Durch gähnende Leere

Durch das versperrte Fenster hindurch;
man hört wie
Glaspaläste brechen,
Versprechen
Und ein letzter Anschlag;

Ein Kind am Piano.




~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~






Aus dunklen Wassern

Wenn ein Schwan sinkt,
hinabgezogen in endlos tiefe Finsternis,
die Schwingen treibend um sich ausgebreitet,
schwere süße Last sich auf die schmerzverzerrten
Lippen niederlässt und sie beraubt um ihre Worte,
ihren Schrei,

dann schweigt das schwarze Rund, das Perlenauge, nur
und windet sich und weidet sich am bodenlosen Abgrund,
immer schneller dem Dunkel entgegen.

Licht
scheint blass
von oben auf das weiße Blatt
und lässt die Worte nur erahnen,
lebenslang gefangen im Körper eines Wesens
das verlernt hat wieder Luft zu holen
nach einem Streifzug durch den eigenen Verstand:

So sinkt und schwebt es weiter,
und nur kleine Welle zeichnen an der Oberfläche
den Umriss seiner Anmut ab, und breiten sich
von einem Punkt des Schmerzes aus in jede Richtung

erreichen Gestein,
-das reicht bis in alle Tiefen-
und schlagen
am Ufer
die Klippen


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Nachtfalter

Sauer schlägt mir der Duft der Nacht entgegen,
in helles Licht getaucht rollt Sekunde um Sekunde
ein neues Rinnsal verzweifelter Nachtfalter über meine gequälte Brust,
die Schatten schlagen Striemen in die schmerzverzerrten Wände,
die Fliesen springen im Quadrat und Mondlicht fließt
wie Speichel meine ausgetrockneten Lippen hinab,
bis tief in mich hinein, wo jetzt nichts mehr ist als rauer Seelendunst,
blutrot verfärbt und ausgehustet,
auf die weißen Fliesen.

Eiswüsten aus blassgrauen Perlen streichen mir den Schweiß von der Stirn,
federleicht, bewegungslos schleichen unheilbar tödliche Gedanken in mir;
Sehnen spannen sich, nach Gedankennarkose,
und der böse Traum greift zielbewusst
nach meinem Schatten
an der Wand.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Stiller Kuss der Winternacht


Nur ein kleiner Blick, damit du meinen Atem fängst...
Als könnte ich in deinen Augen ertrinken,
schmelzen wie in Schokolade – zartbitter,
wie deine Lippen, die bitter lächeln
und manchmal eine Wolke weißen Rauchs zu meinem Fenster schicken,
und ich sie durch die kalte Scheibe hindurch wie sanftes Streicheln spüre...

Heute Nacht stelle ich meine Schuhe vor die Tür...
Vielleicht folgst du ihren Spuren, vielleicht kommst du herauf und setzt dich –
Hier an mein Fenster und blickst hinüber, an dein leeres Fenster
Und gehst dann wieder, damit ich nicht so alleine bin...
Damit dein Platz am Fenster nicht so einsam wirkt... Vielleicht...

Wenn kleine Eissterne dein Gesicht umrahmen, und du mein Blinzeln spiegelst...
Rollt manchmal eine Träne hinab, die du versuchst am Fenster abzufangen.
Dann verzerrt der Schmerz dein zartbitterschönes Gesicht und deine Stirn
Lehnt sich vertrauensvoll gegen das klirrend kalte Glas –
Direkt an meine Stirn und dann,
dann kann ich hören wie du leise Entschuldigungen murmelst,
mein Fensterprinz...

Gestern hast du dein Fenster geöffnet, entschlossen und von seltsam glücklicher Mimik,
und ich habe den bitteren Nachgeschmack vermisst; mich nicht gerührt,
du bist auf die Fensterbank geklettert, hast deine Schuhe ausgezogen und
sie so ordentlich neben dich gestellt, dann hast du dich umgedreht.
Zum ersten Mal sah ich nur deinen Rücken, und sah dich kippen,
sah dich stürzen wie das Denkmal dieser Liebe.
Wie der stille Kuss der Winternacht, kalt und voller Liebe.

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